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Die Folgen einer kurzsichtigen Sparpolitik

(K)EIN LYZEUM FÜR DIFFERDINGEN?

Der Staat hat kein Geld. Folglich muss gespart werden. Dies will die Regierung erreichen, indem das geplante Differdinger Lyzeum nicht – noch nicht – gebaut wird. Überrascht, enttäuscht und verärgert reagieren viele Differdinger auf diese Ankündigung.

Endlich sollte die Stadt Differdingen – die drittgrößte Gemeinde des Landes - ein Lyzeum erhalten. Aufgrund objektiver Zahlen traf der Regierungsrat diese Entscheidung vor nunmehr drei Jahren. Mit großer Begeisterung wurde diese Entscheidung in Differdingen aufgenommen, denn bisher müssen Tag für Tag 1200 Jugendliche die Gemeinde verlassen, um auswärts eine weiterführende Schule zu besuchen. Spätestens 2015 sollte sich dies mit der Eröffnung eines eigenständigen Lyzeums ändern.

Schnell hatte der Schöffenrat die Bedeutung dieser Entscheidung erkannt und sich an die Arbeit gemacht. Bereits 2005 wurde im Bebauungsplan ein entsprechendes Grundstück, gleich neben dem Plateau Funiculaire reserviert. Die Gemeinde Differdingen ist drauf und dran ein Stück des benötigten Grundstücks zu erwerben. Verhandlungen mit ArcelorMittal, der größte Eigentümer des Grundstücks, wurden von Seiten der Gemeinde vorbereitet.

Die Gemeinde selbst hat ein weiteres angrenzendes Grundstück angeboten, damit das Lyzeum vor Ort über eine eigene Sporthalle verfügen kann. Für den Schwimmsport plante die Gemeinde bereits zusätzliche Kapazität für 1000 Schüler des Lyzeums im neuen Schwimmbad in Oberkorn. Die Anbindung an das Straßennetz sowie an den öffentlichen Transport wurde mit der Straßenbauverwaltung und der CFL erörtert und geplant.

Dabei ist die Frage erlaubt, ob der Staat durch einen Aufschub wirklich Geld sparen wird? Können sinnvolle Synergien, wie z. B. bei den Sportanlagen, in einigen Jahren noch realisiert werden. Ein eigenes Schwimmbad kommt den Staat in einigen Jahren sicherlich teurer zu stehen.

Die Entscheidung der Regierung entbehrt jeder sachlichen Grundlage. Wenn 2007 entschieden wurde, der Raum Differdingen benötige bis 2015 ein zusätzliches Lyzeum, dann besteht dieser Bedarf erst recht aus heutiger Sicht. Denn die demographische Entwicklung der Stadt Differdingen hat alle Prognosen übertroffen. In nur drei Jahren hat die Bevölkerung der Stadt Differdingen um 1500 Einwohner zugenommen. Auch besuchen heute 6,7% mehr Schüler unsere Grundschule als noch 2007. Und dabei werden in den kommenden Jahren weitere Wohnviertel entstehen. Vor gerade mal zwei Jahren wurde das neue Technische Lyzeum in Petingen fertig gestellt. Bereits heute ist diese Schule überbelegt und platzt aus allen Nähten, was sich auch mit der Inbetriebnahme des Jenker auf Fousbann nicht grundlegend ändern wird.

Wenn diese Schule gebraucht wird, und alles deutet darauf hin, dann muss sie auch gebaut werden. Ansonsten werden die kommenden Jahre wieder Containerklassen die Schulhöfe füllen. Andere Schulgebäude werden bis auf ein kaum erträgliches Maß überbelegt. Lange Anfahrwege kosten Zeit und Geld.

Um gegen diese kurzsichtige Sparpolitik der Regierung zu protestieren, hat der Differdinger Gemeinderat am 19. Mai einstimmig eine Motion verabschiedet. Hoffentlich besteht auf Seiten der Regierung der Mut zur Einsicht.

Claude MEISCH

Bürgermeister der Stadt Differdingen

 
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